Sind die Ziele der nationalen Energiestrategie im Aargau erreichbar? Welche Rolle spielen dabei die einzelnen Erneuerbaren und insbesondere die Biomasse?
Das Projekt «Erneuerbare Energien Aargau» widmet sich der Frage, wie die Umsetzung der Energiewende bei einer gesamtheitlichen Betrachtung aller Erneuerbaren in einer konkreten Re-gion aussehen könnte. Zu diesem Zweck werden einerseits auf Ebene des Kantons Aargau alle Möglichkeiten einer erneuerbaren Energiebereitstellung analysiert, aufgeteilt auf die verschiede-nen Nutzenergieformen Strom, Wärme und Treibstoffe. Andererseits werden anhand des Sze-narios «Neue Energiepolitik, Stromerzeugungsvariante Erneuerbar» aus den nationalen Energie-perspektiven Zielwerte für die zukünftige Energiebereitstellung im Kanton Aargau abgeleitet und deren Erreichbarkeit mittels der nachhaltigen Nutzung vorhandener natürlicher Ressourcen überprüft. Die Gegenüberstellung dieser beiden Ansätze liefert Antworten, welche Teilziele der Energiewende erreicht werden können und welche Veränderungen in der Nutzung vorhandener natürlicher Ressourcen sowie im Energiesystem allgemein dafür nötig sind.
Die Ziele der erneuerbaren Stromversorgung können dabei in der Jahresbilanz erreicht werden, primär basierend auf der Wasserkraft sowie der Sonnenenergie. Die Strombereitstellung aus Wind und Biomasse spielt im Aargau eine untergeordnete Rolle. Potenziale aus der Umweltwärme mittels Tiefengeothermie werden nicht berücksichtigt. Der Kanton Aargau könnte sich im Zuge der Energiewende unabhängig und basierend auf lokalen, erneuerbaren Ressourcen mit Strom ver-sorgen. Die gegenüber heute andere Zusammensetzung hat jedoch Auswirkungen auf dessen zeitliche Verfügbarkeit. Für die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien stehen ver-schiedenste Wärmequellen und Technologieoptionen offen, während seitens der Nachfrage eine starke Abnahme des Konsums erwartet wird. Auch hier wird eine autarke Versorgung als rea-listisch betrachtet. Die Umstellung von nicht erneuerbar auf erneuerbar ist bei der Treibstoffversor-gung am wenigsten weit fortgeschritten, zudem bestehen grundsätzliche Unsicherheiten bezüglich des zukünftigen Treibstoffbedarfs sowie der Ressourcenbasis von Biotreibstoffen. Bei der ener-getischen Nutzung der Biomasse kommen Fragen rund um die erneuerbare Strom-, Wärme- und Treibstoffversorgung zusammen. Der Biomasse gilt deshalb in Bezug auf den möglichen quanti-tativen und qualitativen Beitrag im Rahmen der Energiewende ein besonderes Augenmerk. Denn aufgrund ihrer Heterogenität, der vergleichsweise begrenzten Potenzialmenge sowie ihren vielfäl-tigen und flexiblen Einsatzmöglichkeiten spielt die Biomasse innerhalb der erneuerbaren Energien eine Sonderrolle.

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Text: Pressemitteilung Kanton Aargau, Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Energie